Alsif_Isoflav_Definition

 

Warum der Begriff Phytoöstrogene irreführend ist.

Soja-Isoflavone sind typische Bestandteile von Soja, eine Nahrungspflanze aus der menschlichen und tierischen Ernährung.

Sojalebensmittel gelten seit Jahrzehnten als gute Proteinquellen für Vegetarier und gesundheitsbewusste Menschen in der westlichen Welt; die Bewohner vieler Länder in Südostasien nutzen sie seit Jahrhunderten. Die Vielseitigkeit von Sojalebensmitteln hat zu ihrer großen Beliebtheit beigetragen. In neuerer Zeit sind Sojalebensmittel im Westen populär geworden, weil Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass sie, ganz unabhängig von ihrem Ernährungswert, weitere Vorteile auf einer Reihe von Gebieten haben könnten.

In der älteren Literatur werden Soja-Isoflavone oft noch als Phytoöstrogene bezeichnet, weil ihre chemische Struktur eine gewisse Ähnlichkeit zu  Östrogenen aufweist. Der Begriff ist aber missverständlich, weil  man heute weiß, dass Soja-Isoflavone im weiblichen Organismus anders wirken als Östrogene.

Soja-Isoflavone haben kaum Einfluss auf den gleichen Hormon-Rezeptor, den künstlich zugeführte Östrogene im Rahmen einer Hormonersatztherapie aktivieren. Im Gegenteil zu künstlichen Hormonen aktivieren die Soja-Isoflavone den schützenden Beta-Rezeptor. In der modernen Literatur werden Soja-Isoflavone deshalb immer häufiger als Phyto-SERM (selective Estrogen-Rezeptor Modulatoren) oder Phyto-Adiole bezeichnet.